Nikola Jovanović wechselt vom französischen Traditionsklub Limoges CSP zum BC Vienna. In Wien trifft der 2,11 Meter große serbische Big Man auf einen alten Bekannten: Headcoach Dragan Bajić, mit dem er bereits vor fünf Jahren bei KK Igokea erfolgreich zusammenarbeitete.

Der 32-Jährige ist im Frontcourt variabel einsetzbar. Als Center bringt er Physis und Präsenz für die Zone mit, kann aber ebenso die Position des Power Forwards übernehmen.

Seine Laufbahn führte ihn von der NCAA über die NBA Summer League bis in die EuroLeague, die FIBA Basketball Champions League und mehrere europäische Topligen. Nun freut sich Jovanović auf seine neue Aufgabe in Wien und die Rückkehr in die AdmiralBet ABA League.

„Es ist eine große Ehre und ein besonderes Privileg für mich, in der kommenden Saison für Österreichs besten Basketballklub aufzulaufen. Wir wollen uns jeden Tag weiterentwickeln und gemeinsam unsere Ziele erreichen“, sagt der Neuzugang.

Mit der vierten Neuverpflichtung nimmt der Kader für die Saison 2026/27 weiter Form an.

VON BELGRAD ÜBER DIE NCAA BIS AN DIE SCHWELLE ZUR NBA

Jovanović wuchs in Belgrad auf, einer Stadt, in der Basketball tief verwurzelt ist und die seit Jahrzehnten Spieler von internationalem Format hervorbringt. Für sein letztes Highschool-Jahr wechselte er an die Arlington Country Day School in Jacksonville im US-Bundesstaat Florida und setzte dort seine Entwicklung fort.

Anschließend spielte Jovanović drei Jahre lang für die University of Southern California in der NCAA Division I. In seiner letzten Saison bei den Trojans kam er auf durchschnittlich 12,1 Punkte und 7,0 Rebounds und qualifizierte sich mit dem Team für „March Madness“, das prestigeträchtige NCAA-Turnier im US-amerikanischen College-Basketball.

Nach drei Jahren an der USC verzichtete er auf seine vierte College-Saison und meldete sich für den NBA-Draft 2016 an. Nachdem er dort nicht berücksichtigt worden war, lief er zunächst in der Summer League für die Detroit Pistons und die Los Angeles Lakers auf.

Besonders aussichtsreich verlief sein Engagement bei Detroit: Er gehörte während der Saisonvorbereitung zum Kader der Pistons und kam auch in der Preseason zum Einsatz, ehe kurz vor dem Start der Regular Season der Cut folgte.

Seine erste Profisaison begann Jovanović bei den Grand Rapids Drive, dem damaligen D-League-Partner der Detroit Pistons. Im weiteren Saisonverlauf wechselte er zu den Westchester Knicks. Im Juli 2017 lief er mit den Chicago Bulls erneut in der Summer League auf, erhielt anschließend jedoch keinen Vertrag.

VON DER EUROLEAGUE ZUR ERFOLGSSAISON MIT BAJIĆ

Noch im selben Monat kehrte Jovanović nach Belgrad zurück und unterschrieb bei KK Crvena Zvezda. Mit dem serbischen Spitzenklub sammelte er in zwei Spielzeiten Erfahrung in der EuroLeague und gewann 2018 die serbische Meisterschaft.

Es folgten Leihstationen bei Aquila Basket Trento, mit dem er in der Serie A (LNB) und im EuroCup spielte, sowie bei Igokea. Dort arbeitete er in der Saison 2020/21 erstmals mit Dragan Bajić zusammen.

Igokea überzeugte damals sowohl in der AdmiralBet ABA League als auch auf internationaler Bühne. Die Mannschaft erreichte im regionalen Wettbewerb das Halbfinale, gewann den bosnischen Pokal und schrammte in der Basketball Champions League nur knapp am Final Four vorbei.

„Die Verpflichtung von Dragan Bajić hat meine Entscheidung wesentlich beeinflusst“, sagt Jovanović über seinen Wechsel in die Bundeshauptstadt.

Auch Bajić weiß genau, was er an seinem neuen Center hat. Für den Headcoach geht dessen Wert weit über das Sportliche hinaus: „Nikola ist in erster Linie ein außergewöhnlich guter Mensch. Gleichzeitig verfügt er über große internationale Erfahrung und hat im Laufe seiner Karriere für namhafte Klubs gespielt.“

Foto: ABA League

ERFOLGE IN BELGIEN UND WEITERE KARRIERESTATIONEN

Nach der erfolgreichen Saison bei Igokea wechselte Jovanović zunächst zum russischen Klub Nischni Nowgorod und später nach Belgien, wo er Edelmetall sammelte. Mit Filou Oostende gewann er 2023 die nationale Meisterschaft.

Ein Jahr später wurde er im Trikot der Antwerp Giants als bester Sixth Man der BNXT League ausgezeichnet und in das Dream Team des Wettbewerbs gewählt.

Nach Engagements in Mexiko und Italien schloss er sich schließlich Limoges CSP in der französischen LNB Élite an. Ein Name, bei dem man beim BC Vienna sofort hellhörig wird: Auch Klublegende Stjepan Stazić trug um die Jahrtausendwende das Trikot der „Les Verts“.

In Limoges präsentierte sich Jovanović hocheffizient und traf über 60 Prozent seiner Würfe aus dem Feld sowie rund 80 Prozent von der Freiwurflinie. Nun kreuzen sich die Wege von Jovanović und Bajić erneut: Beim BC Vienna übernimmt der erfahrene Center unter seinem früheren Coach eine zentrale Rolle als Inside-Finisher.

Bajić hebt auch die sportlichen Qualitäten seines früheren Schützlings hervor: „Nikola wird uns vor allem in der Zone viel geben. Er verfügt über ein technisch sehr ausgereiftes Spiel in Korbnähe, verteidigt das Pick-and-Roll auf hohem Niveau und kontrolliert den Raum unter dem Korb. Außerdem wird er uns beim Rebounding enorm helfen.“